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Buchtipps

Wieder ein Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe...   Schon allein der Plot ist unglaublich: Zwei Frauen, die beide aus unterschiedlichen Gründen aus ihrem bisherigen Leben fliehen wollen, tauschen nach dem Check-In am

Die Texanerin Cloris Waldrip ist 72 Jahre alt als sie mit ihrem Mann in einer kleinen Propellermaschine zu einer kleinen Hütte in den Wäldern der Bitterroot Mountains im Norden der USA fliegt. Es soll ein Kurzurlaub werden. Ganz liebevoll wird das Miteinander des Ehepaars beschrieben, das nach so vielen gemeinsamen Jahren voll wohlbekannter Eigenheiten ist.

Für mich war dies ein sehr spannendes Buch, was ich in einem Atemzug durchgelesen habe...   Ein echter Thriller, dabei aber nicht blutrünstig, der Thrill spielt sich im Kopf ab! Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt - aus Sicht der verschwundenen Frau und aus Sicht der sich um sie sorgenden Schwester, die Böses ahnt...es wird von Kapitel zu Kapitel spannender und erst ziemlich zum Schluss kommt eine Wendung, die wirklich nicht vorhersehbar war...

Drei Jugendliche müssen in diesem Buch aus ihrer Heimat flüchten. Josef muss zusammen mit anderen Juden auf einem Schiff den Atlantik überqueren, weil die Nazis ihn aus Deutschland vertrieben haben. 60 Jahre später flüchtete Isabel mit ihrer Familie aus Kuba mit einem kleinen Motorboot – sie hofft, bald Miami erreichen zu können. Und Mahmoud muss Syrien verlassen, weil dort zu Zeit ein schlimmer Bürgerkrieg herrscht.  

Die Erlebnisse des zehnjährigen Schülerduos Matti und Otto mit den Lehrer*innen, unterschiedlichen Familiensituationen, nervenden Geschwistern, erster Liebe (die sie erst gar nicht als solche wahrnehmen), respektierenden Erwachsenen oder drachenhaften Schulsekretär*innen sind erfrischend und stärkend und von unbemühter Leichtigkeit.  

Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich - im Fernsehen. Ein zwölfjähriges Mädchen will nicht zu schnell erwachsen werden. Und ein Messie findet ins Leben zurück dank einer hübschen Frau, die womöglich noch trauriger ist als er selbst. Ein paar ganz normale Menschen, deren Leben nicht das ist, was sie sich erträumt haben. Die dennoch um ihr winziges Stück vom Glück kämpfen und lieber heute als morgen aus der Kleinstadt in Kentucky weg wollen.

South Central, L.A.. Lola Vasquez ist klein, zierlich, unscheinbar, anscheinend eine Chica unter vielen in der Latino-Gang The Crenshaw Six. Die Gang versucht, möglichst unauffällig zu agieren, und zu dieser Strategie gehört auch, dass Lola nicht sichtbar wird, denn in Wahrheit ist sie die Chefin der Gang, ebenso brillant wie rücksichtslos.

Ich habe gerade wieder ein tolles Buch aus dem Diogenes Verlag gelesen, von dem die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch sagt: "Wenn Sie wissen wollen, was das moderne, junge Russland denkt, lesen Sie Filipenko."

Der Marianengraben, ein Tiefseegraben im westlichen Pazifik gelegen, birgt mit ca. 11000 Metern die tiefste Stelle der Erde. Genauso tief fühlt sich die Depression von Paula an, einer jungen Biologin, die den Tod ihres 10-jährigen Bruders vor zwei Jahren nicht verwinden kann. Eigentlich die Grundlage für ein überaus trauriges und dunkles Buch, doch schafft es die Autorin immer wieder uns zum lauten Lachen zu bringen.

Regina Porters Roman „Die Reisenden“ ist wie eine Foto-Collage, die aus unendlich vielen einzelnen kleinen Fotos ein großes Foto gestaltet, das man komplett erkennen kann, wenn man es von weitem betrachtet. Die vielen kleinen „Fotos“ sind zwei Familien zuzuordnen, einer weißen und einer afroamerikanischen.