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Buchtipps - Belletristik

Die Texanerin Cloris Waldrip ist 72 Jahre alt als sie mit ihrem Mann in einer kleinen Propellermaschine zu einer kleinen Hütte in den Wäldern der Bitterroot Mountains im Norden der USA fliegt. Es soll ein Kurzurlaub werden. Ganz liebevoll wird das Miteinander des Ehepaars beschrieben, das nach so vielen gemeinsamen Jahren voll wohlbekannter Eigenheiten ist.

Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich - im Fernsehen. Ein zwölfjähriges Mädchen will nicht zu schnell erwachsen werden. Und ein Messie findet ins Leben zurück dank einer hübschen Frau, die womöglich noch trauriger ist als er selbst. Ein paar ganz normale Menschen, deren Leben nicht das ist, was sie sich erträumt haben. Die dennoch um ihr winziges Stück vom Glück kämpfen und lieber heute als morgen aus der Kleinstadt in Kentucky weg wollen.

Der Marianengraben, ein Tiefseegraben im westlichen Pazifik gelegen, birgt mit ca. 11000 Metern die tiefste Stelle der Erde. Genauso tief fühlt sich die Depression von Paula an, einer jungen Biologin, die den Tod ihres 10-jährigen Bruders vor zwei Jahren nicht verwinden kann. Eigentlich die Grundlage für ein überaus trauriges und dunkles Buch, doch schafft es die Autorin immer wieder uns zum lauten Lachen zu bringen.

Regina Porters Roman „Die Reisenden“ ist wie eine Foto-Collage, die aus unendlich vielen einzelnen kleinen Fotos ein großes Foto gestaltet, das man komplett erkennen kann, wenn man es von weitem betrachtet. Die vielen kleinen „Fotos“ sind zwei Familien zuzuordnen, einer weißen und einer afroamerikanischen.

Bevor wir unsere Bücher für unsere Tische und Regale bestellen, bekommen wir von einigen Büchern Vorab-Exemplare, und wir versuchen, in all diese Bücher zumindest rein zu lesen. Manche legt man nach ein paar Seiten gleich wieder weg, und manche liest man dann bis etwa zur Seite 50 oder 60 und dann kommen sie auf den Stapel „wird später zu Ende gelesen“. Und dann und wann ist da ein Buch, da kann man einfach nicht aufhören zu lesen – und das ist mir bei diesem Buch passiert.

  Seit ich mit 12 oder 13 Jahren alle Winnetou, Old Shatterhand, Old Surehand etc. -Bücher von Karl May verschlungen hatte, habe ich wohl keinen Western mehr gelesen. Jetzt hat mir die Vertreterin des Steidl-Verlags einen Western ans Herz gelegt und mir ein Vorabexemplar zur Verfügung gestellt, das ich – mit etwas Skepsis – mit in meinen Wanderurlaub genommen hatte: Sebastian Barry: Tage ohne Ende. Und es ist Super!

Burkhart Klaußner ist ein großer Schauspieler – aber muss er jetzt auch noch ein Buch schreiben? Ja, es hat sich gelohnt, dass er sich einfach mal hingesetzt hat und angefangen hat zu schreiben!   Der gebürtige Berliner schreibt über eine Zeit, die er glücklicherweise nicht erleben musste, die er aber aus den Erzählungen der Älteren kennt.  

Vox ist eine Dystopie einer ganz nahen Zukunft. die mir aber dort wo sie spielt - in den USA - derzeit keine Unwahrscheinlichkeit ist.   Jean McClellan, eine erfolgreiche Neurolinguistin, darf – wie alle Frauen in den USA – nicht mehr arbeiten und – wie alle Frauen in den USA – nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen.  

Ein kleines Buch, das mich aber nachher noch lange beschäftigte, ist dieser Roman vom Schöpfer der amerikanischen Fernsehserie „Mad Men“.

Eine gute Freundin von uns und gelernte Buchhändlerin warnt uns vor diesem Buch: „Sie werden es kaum aus der Hand legen können, wenn Sie zu lesen anfangen! Es ist traurig und heiter, lebhaft und verhalten, klar und gut verständlich geschrieben – lebenskluge Unterhaltung.